Henning Wolter Trio
(von Hans Kraus)
Henning-Wolter-Trio setzt die Frankreich-Rundfahrt beim Konzert im Neustadter „Steinhäuser Hof" musikalisch um. Wie vielseitig Jazz sein kann, rief das Konzert des Henning-Wolter-Trios beim Jazz-Club Neustadt im Steinhäuser Hof ins Bewusstsein. Der Kölner Radsportfan und Pianist Wolter kam vor zwei Jahren auf die Idee, die Tour de France in Noten zu verpacken und mit für das Rennen typischen Geräuschen anzureichern.
Zusammen mit seinen langjährigen musikalischen Begleitern, Kontrabassist Lucien Mattheeuwsen und Schlagzeuger Marcel van Cleef, entstand die CD „Le Grand Spectacle", die das Trio jetzt in Neustadt auf die Bühne brachte. Genau wie die echte startete auch die „Wolter-Tour" mit dem Prolog. Ausgangspunkt für das imaginäre Rennen war die Normandie, was an durch über einen MiDi-Recorder eingespieltes Wellenrauschen verdeutlicht wurde. Dann hörte man den Toursprecher: „5 - 4 - 3 - 2 - 1" ... und los ging"s.
Wie bei der Tour üblich, versucht beim Prolog jeder Fahrer zu zeigen, was in ihm steckt, und legt ein Höllentempo vor. Das Wolter-Trio tat es den Sportlern gleich und gab in dem kurzen Stück „Prologue" gleich mächtig Gas. Bassist Mattheeuwsen konnte sich hier ganz besonders hervortun, und wurde somit zum ersten Träger des Gelben Trikots.
Natürlich war es unmöglich, jeden Streckenabschnitt der „Tour" musikalisch umzusetzen, deshalb verlagerten die Musiker die erste Etappe gleich in die Berge. Hier ging es mit „Downhill" zunächst einmal entspannt bergab, bevor Marcel van Cleef mit einem tollen Schlagzeugsolo versuchte, Mattheeuwsen das „Maillot Jaune" der Publikumsgunst zu entreißen. Ganz gelang ihm das noch nicht, denn zur virtuosen Klavierbegleitung von Wolter wehrte sich der Mann am Bass verzweifelt gegen den Angriff und schaffte es dank der Leistung auf seinem Instrument, seinen kleinen Vorsprung noch ins nächste Lied zu retten. Hier musste er die Führung abgeben, denn dieses Stück verlangte von ihm, eine Atmosphäre von aufkommender Schwäche zu schaffen und mit einem hörenswerten Bass-Solo ein letztes Aufbäumen zu symbolisieren, bevor alle Kräfte aufgebraucht waren, und der „Besenwagen" ihn einsammeln musste. Entsprechend der Rahmenhandlung war dieser Song auch „La Voiture Balai" betitelt.
Mit „zweitem Atem" ging die Tour mit „Breathe!" weiter, führte durch die „Pyrénées" und die „Provence", bis schließlich zwei Ruhetage endlich ein wenig Erholung gönnten. Diese wohlverdiente Pause vertrieb sich das Henning-Wolter-Trio mit Musik und präsentierte mit „It Could Happen To You" eine Komposition von Jimmy Van Heusen. Trotz seines niederländisch klingenden Namens ist der aber Amerikaner, im Gegensatz zu Lucien Mattheeuwsen und Marcel van Cleef die beide aus Holland kommen. Aus van Cleefs Solo-CD „Traffic Jam" gab es den rockigen Titelsong und das Stevie Wonder-Cover „All In Love Is Fair" zu hören. Bei beiden Stücken wusste der Weltklasse-Schlagzeuger, der außer auf seinem Drumkit noch auf einer Udu und einem Cajãn glänzte, als Sänger zu überzeugen. Danach ging es mit der „Tour" weiter: Als „Le Baroudeur" unternahm van Cleef noch einen Ausreißversuch in Form eines weiteren Solos. Mit dem letzten Stück „Le Grand Specractle" endete die musikalische Rundfahrt, die das Publikum auch zwischen den Etappen zu Begeisterungsstürmen hingerissen hatte.
Obwohl alle drei hochkarätige Vertreter ihres Fachs sind, drängte sich keiner von ihnen in den Vordergrund. Hier wurde eine kompakte Mannschaftsleistung geboten, wie man sie auch von der Tour de France her von guten Rennställen kennt.















































